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Ein Mann, der alles kann

November 9, 2008

Sein Name war Stuart. Percy Stuart. Anders als sein Vorbild vom britischen Geheimdienst ist der amerikanische Multimillionär und Abenteurer Percy Stuart im Kriminalmuseum gelandet. Immerhin erscheinen in der Reihe „Straßenfeger“ zwei DVD-Boxen der Krimi-Serie, die von 1969 bis 1972 im ZDF lief.
Ein Fest für TV-Nerds, die nie vergessen haben, mit welchem flotten Spruch Percy (Claus Wilcke) jeden Auftrag begann: „Gentlemen, ich werde mein Möglichstes tun!“

Ungeduldigere Zuschauer werden es allerdings mit dem smarten Draufgänger schwer haben. Die Wahrheit lautet leider: Der Bluff, mit dem die Serie Action, Exotik und Sex vorgaukelte, glückt nicht mehr.
Vielleicht braucht man sich nicht mühsam durch die ganze Serie zu arbeiten. Nur zweimal das Titelstück anhören. Das reicht. Dann funktioniert der ganze Hokuspokus wieder. „Percy Stuart, das ist unser Mann. Ein Mann, ein Mann, der alles kann.“ Klingt das nicht schmissig und delikat, als ob Götz Alsmann den „Theme Song“ für einen James-Bond-Film geschrieben hätte? Und eine Strophe fasst die Handlung aller Folgen von „Percy Stuart“ zusammen…

Wenn des Nachts der Mond am Himmel steht
Und der Wind um dunkle Ecken weht,
Lauert – wie das immer so war –
Im schönsten Moment die größte Gefahr.
Und in neunundneunzig Prozent
Gibt es doch für mich ein Happy End.

DVD Straßenfeger 03: Percy Stuart, Staffel 1-2 (ARD Video) ca. 30 €
DVD Straßenfeger 04: Percy Stuart, Staffel 3-4 (ARD Video) ca. 30 €

"Not Ready To Make Nice"

Februar 24, 2008


Forgive, sounds good
Forget, I’m not sure I could
They say time heals everything
But I’m still waiting

Als die Dixie Chicks am 15.06.2006 auf der Bühne des Shepherds Bush in London standen, sagte Sängerin Natalie Maines trocken, dass sie wieder an den Tatort zurück gekehrt seien. Für das selbstbewußte Statement brauchte die Band drei Jahre. Shut Up And Sing dokumentiert den langen Atem der Chicks auf ihrem Weg dahin.

Rewind: während der Top Of The World Tournee rutschte Maines am 10.03.2003 in eben jenem Club die Bemerkung heraus, sie schäme sich dafür, wie George W. Bush aus Texas zu stammen. Redefreiheit ist ja gut, aber nicht außerhalb dieses Landes und nicht vor Publikum ist noch eine der skurrileren Reaktionen. Talkshow-Moderatoren nennen die drei Frauen schlicht doofe Nüsse und mehr als einmal wird ihnen mit einer Tracht Prügel gedroht.

Martie Maguiere, Emily Robison und Natalie Maines stellen sich die Frage, ob es das wohl war mit ihrer Karriere. Oder ob es um noch mehr geht, als vor einem Konzert in Dallas Maines mit dem Tode bedroht wird.

Doch die Diskussionen innerhalb der Band und die dazu geschnittenen Live-Aufnahmen machen deutlich, wo die Gitarre hängt. Da spielen sich die drei rasant frei vom braven Country-Image und verzichten auf den Kniefall vor dem konservativen Amerika. Churchill hätte seine helle Freude an soviel Schweiß und Tränen gehabt.

I’m thinking a long way war das richtige Motto: bei den Grammy-Awards 2007 räumten die Chicks in allen fünf Kategorien ab.

The Dixie Chicks – Shut Up And Sing, 2008, UFA