Eigentlich beruht der neue Film „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ auf einer Kurzgeschichte von F. Scott Fitzgerald. Es gibt allerdings auch strenge Menschen, die behaupten, David Finchers neuer Film sei im Grunde ein in die Länge gezogenes Remake von „Forrest Gump“. Die „Talk Show with Spike Feresten“ präsentierte sogar einen entlarvenden Zwillings-Trailer für „Button Gump“.
Archiv für Januar 2009
Der seltsame Fall des Forrest Gump
Januar 24, 2009The Importance Of Being Hellboy
Januar 6, 2009
Suspicion is an evolutionary trait in my business. Develop it or become instinct.
Horton hört ein Hu ist ein hübsches Kinderbuch vom notorischen Onkel Dr. Seuss. Nun will uns Gary Braunbeck weismachen, dass auch Hellboy auf den Klassiker steht. Wer mehr darüber wissen will, muss Oddest Jobs lesen.
Die jüngste Sammlung von Geschichten über den groß-roten Höllenknaben hat wieder Christopher Golden kompiliert. Mike Mignola himself hat die den einzelnen Kapiteln vorangestellten Zeichnungen beigesteuert. Also Stoff vom feinsten – so protzt auch das Autorenverzeichnis: beteiligt sind Mark Chadbourn, Garth Nix, Joe R. Lansdale, China Mieville, Rhys Hughes, Tad Williams und und und …
Aus der Waffenkammer der phantastischen Short Story entweichen unter anderem Salamander-Leute, ein keltischer Unterwassergott und böse Inneneinrichtungen. Passt auch alles wunderbar ins Hellboy-Universum. Noch besser klappt die Fan-Attitüde, mit der die Beteiligten zu Werke gegangen sind. Nur wenige haben sich die Gelegenheit entgehen lassen, ihre Abenteuer in der ersten Person Singular aufzuschreiben.
Einmal ein melancholischer Dämon mit Steinfaust sein – wer kann da schon widerstehen. Einen besseren Hellboy jibbet net.
Titel: Hellboy – Oddest Jobs
Hrsg.: Christopher Golden
Verlag: Dark Horse Books
Jahr: 2008
Sprache: englisch
ISBN: 978-1-59307-944-4
Queenpin
Januar 6, 2009How can I make this play right for me? Save yourself, serve yourself. She taught me that. That’s what I am saying. I’ll saying it was her.
Endlich lacht der 22jährigen Ich-Erzählerin mal das Glück mit großen Scheinen. Gloria Denton, alte Dame aus ehrenwerter Gesellschaft und Mob-Legende, nimmt die junge Frau unter ihre Fittiche. Rasch lernt sie das kriminelle Geschäft mit Wettbüros und Casinos. Schnelles Geld und schicke Klamotten winken – nur ncht aufs falsche Pferd setzen. Am besten auf gar keins, denn in der Welt von Queenpin gibt es kein Glücksspiel. Nur organisiertes Verlieren für die, die außerhalb des Systems stehen …
So einer ist auch Vic Riordan. Um einmal groß abzukassieren, nimmt der Zocker das Lehrmädchen auf den Haken. Aber nicht nur er will das Spiel kontrollieren. Auch Schülerin und Lehrmeisterin haben unterschiedliche Vorstellungen, wer den Hauptgewinn einstreichen soll – oder einfach nur überleben darf.
Das ist bester Noir. Knappe 180 Seiten, schnell, aber mit den Details an den richtigen Stellen. Über den realen Background hat sich Abbott auch sehr ausführlich in einem Interview geäußert. Die Faszination mit dem Glamour der Goldenen Mob-Ära von Bugsy Siegel und Co. ist in vielen Szenen auch deutlich zu spüren. Zum Glück ist Queenpin nicht davon fortgerissen und zur Beschreibungtsorgie geworden.
Gerade im richtigen Moment drückt Abbott das Gaspedal durch. Auf der schön ausgebreiteten Grundlage wird der Plot schnell und verschlagen. Die konsequenten Entwicklungen liefern sich dabei mit den unterschiedlichen Überlebensstrategien aller ein heißes Kopf-an-Kopf Rennen – prima für die Story, spannend für den Leser.
Titel: Queenpin
Autor: Megan Abbott
Verlag: Simon & Schuster
Jahr: 2008
Sprache: englisch
ISBN: 978-1-4165-3428-0
Sprechende Füchse bringen das Gute hervor
Januar 6, 2009Das neue Jahr ist noch ziemlich frisch, aber meistens fangen zu dieser Zeit die guten Vorsätze an zu riechen. Doch weiter rauchen, lieber keinen Schnee schnippen, immer noch um 22.00 Uhr den Abwasch erledigen … die Liste ist galore.
Fein raus ist, wer 2009 programmieren lernen will. Mit dem Poignant Guide wird dem Wunsch auf dreierlei Weise nachgeholfen. Zuallererst einmal geht es um Ruby. Das ist eine coole Sprache, mit der sich besonders im Bereich Web-Entwicklung allerlei anstellen lässt – Stichwort Rails. Das Tutorial zaubert aber noch sprechende Füchse aus dem Ärmel. Die sehen aus wie von Lewis Trondheim gezeichnet und es interessiert sie auch nur Ruhm und Geld – aber hey: why not? Zu guter letzt ist da noch die Sidebar auf der Website … ebenso erratisch wie absurd-unbeschreiblich. Was haben Geschichten über Meteore mit dem Programmieren zu tun???
Verantwortlich im wahrsten Sinne dafür ist Why The Lucky Stiff. Aus dieser Quelle stammen auch die Illustrationen zu dem hoch-offiziellen Ruby-Buch aus dem Hause O’Reilly. So gehen also Lehrbücher – bitte anschauen, merken, dicke Scheiben abschneiden und nachahmen!
Mehr braucht es doch nicht für ein gutes Jahr.
Happy Katzenjammer
Januar 2, 2009
Was kommt heraus, wenn Engländer zu tief ins Weinglas schauen? Nach ein paar Flaschen Chardonnay gründeten Steven Worbey und Kevin Farrell das Klavier-Duo Katzenjammer. Um Klassik und Slapstick genüge zu tun, spielen die Katzenjammer Kids vierhändig auf einem Klavier.
Zu ihrem Publikumserfolgen zählt eine Version der „Simpsons“-Titelmusik. Als Einleitung paßt dieser schöne Dialog aus der Folge „Homerpalooza“ von „The Simpsons“.
Roadie: Someone here ordered the London Symphony Orchestra, possibly while high. Cypress Hil, I´m looking in your direction.
(The members of Cypress Hil huddle up and talk indistinctly.)
Cypress Hill Member: Yeah, we think we did. You guys know „Insane in the brain“?
Conductor: We mostly know classical. But we could give it a shot.