Gremlins sind nur schwer loszuwerden! Seit der Regisseur Sacha Feiner „Gremlins 2″ sah, rumorten die Kobolde in ihm. Aber jetzt sind sie raus: Feiner hat seinen Gremlins-Kurzfilm veröffentlicht.
Elegant variiert Feiner eine Szene aus „Gremlins 2″. Während der Film läuft, übernehmen die kleinen Monster die Kontrolle über die Vorführung. Sie wechseln einfach in andere Filme, um Chaos zu verbreiten. Feiner inszeniert diesen Part für das Medium DVD neu. Bei ihm rufen die Gremlins das Menü auf. Sie wählen andere Filme aus und stellen „Batman“, „Indiana Jones“ und „Der Exorzist“ auf den Kopf.
Feiners Gremlins könnten ohne weiteres als offizielles DVD-Extra durchgehen. Im amüsanten „Making Of“ des Gremlins-Films merkt man, was der Bursche alles drauf hat. Auf seiner MySpace-Seite findet man noch eine Menge sehenswerte Trickfilme und einen sehr männlichen Titanic-ReCut. Wahrscheinlich wird er bald seinen ersten großen Kinofilm in der Garage drehen.
Archiv für August 2008
Gremlins Reloaded
August 31, 2008Das Böse geht gut
August 30, 2008
Zurecht wird Jakob Dylans Solo-Album „Seeing Things“ überall begeistert durchgewinkt. Souverän kocht Dylan d.J. aus den Zutaten der American Folk Music sein eigenes Süppchen.
Wirklich inspiriert ist auch Dylans neues Video „Evil is alive and well“. Der Zeichentrickfilm von Joel Trussell erzählt eine stimmungsvolle Räubergeschichte featuring mausetote Wahrsagerinnen. Überhaupt kann der Rock`n´Roll-Cartoonist Trussell sehr schön Monster, Misanthropen und Motorpsychos zeichnen. Auch das Böse will ja gut aussehen!
New West Wing
August 26, 2008
Eine sensationelle Neuigkeit für alle Fans von „West Wing“! Der Chefautor Aaron Sorkin kündigte eine Cartoonserie unter dem Titel „New West Wing – The Santos Adminstration“ an.
Im Mittelpunkt der Pilotfolge steht eine fünfzehnminütige Rede, warum es wichtig ist, an unpopuläre Idealen festzuhalten. Zu schön, um wahr zu sein, oder nicht?
kurz und lesen – Steampunk
August 19, 2008
Steampunk is victorian elegance and modern technology: steam-driven robots, souped-up stagecoaches, and space-faring dirigibles, fueled by gaslight romance, mad scientists, and very trim waistcoats.
Steampunk ist so ein Bastard aus überholtem Industriegebiet und Geheimtipp-Vorort. Auf der Brache wird seit Jahren gebaut, manche finden die Gegend auch schick, aber das Projekt wird so richtig nicht wahrgenommen.
Barry Sonnenfeld hat es 1999 mal versucht: seine Reanimation der Serie The Wild Wild West wollte es auf der großen Leinwand richtig zischen und dampfen lassen. Special Effects und Will Smith haben es leider nicht gerissen. Noch mehr Fehlzündung war Stephen Norringtons Verfilmung von The League Of The Extraordinary Gentlemen aus dem Jahr 2003 – Autor Alan Moore untersagte erst einmal die Verwendung seines Namens für weitere Kino-Adaptionen seiner Bücher …
Ann und Jeff Vandermeer heizen den Kessel mit ihrer Anthologie jetzt neu an. Der Band heißt schlicht Steampunk, ist von Tachyon und versammelt 13 super Stories plus drei bislang exklusive Bonus-Tracks (Einführung + zwei Essays):
Stortstory-Master Ted-Chiang heizt dem Golem-Mythos ein, Jay Lake fabriziert in seiner Dark City einen unheimlichen Clown und bei Paul DiFilippo entsteht aus Dampf und Bio-Engineering Queen Victoria aus einem Molch. Den frechen Klassenkasper gibt wieder einmal Joe R. Lansdale – seine Story sampled H.G. Wells’ Zeitmaschine, Vampirismus und Indianer, während so gaaanz am Rande auch ein Roboter mitmischt (dampft aber nur, weil ihm die Puste ausgegangen ist …).
Netterweise funktioniert auch die Zusammenstellung. Gut 20 Jahre Steampunk treffen sich auf den 370 Seiten und es gibt kein Gerangel. Neue Forscher wie Lake oder Pollack kommen den alten Scouts Blaylock, Gentle und Moorcock nicht ins Gehege, sondern bahnen neue Wege ins fantastische Dickickt. Es gibt nur neue Welten zu entdecken.
Titel: Steampunk
Hrsg.: Ann Vandermeer, Jeff Vandermeer
Verlag: Tachyon Publications
Jahr: 2008
Sprache: englisch
ISBN: 978-1-892391-75-9
Severance Package
August 12, 2008
Ever want to kill your boss? Guess what, the feeling is mutual.
Jamie DeBroux wollte dieses Wochenende lieber mit Frau und Kind verbringen. Doch sein Chef hat für den Samstag ein Meeting mit spezieller Agenda einberufen: ihre Arbeit als Cover-Firma für eine Geheimdienstorganisation sei beendet und alle sieben Angestellten mögen sich nun bitte selbst umbringen. Den giftigen Champagner stellt noch das Haus. Aber der Boss heißt Murphy und getreu dessem Gesetz funktioniert in dem neuen Buch von Duane Swierczynski kein einziger Plan.
Auch nicht der, sich bei der Lektüre einfach auf eine weitere Version vom mörderischen Kammerspiel in einem verschlossenen Raum einzulassen. Swierczynski jagt Motivationen und Perspektiven seiner Akteure durch die Wahrnehmung des Lesers wie Monstertrucks auf Kerosin. Hat man selbst gerade den Gang hochgeschaltet, kommt eine ebenso unerfreuliche wie unvorhergesehene Wendung um die Ecke oder aus dem Fahrstuhlschacht.
Die schönen Konstruktionen von Swierczynski waren hier schon einmal Thema – in Severance Package ist alles noch runder und bis zum richtigen, tatsächlichen Ende so gut gesponnen, dass ein, zwei Fäden auch mal heißlaufen dürfen. Das Tempo schlägt halt Funken, aber den ganzen Brand hat Swierczynski mit unheimlicher Akkuratesse unter Kontrolle. Nervöse Geister können sich zwischendurch an dem konturierten Noir-Strich von Dennis Caleros Illustrationen kurz erholen…
I like it!
PS – Zum Glück gibt es noch The Wheelman und The Blonde von Swierczynski zu entdecken – letzteres ist bei Heyne als Blondes Gift unter dem Pseudonym Duane Louis auch auf deutsch erschienen. Laut Verlagsinfo veröffentlicht Heyne Severance Package dann im Februar 2009 unter dem Titel Letzte Order.
Titel: Severance Package
Autor: Duane Swierczynski
Verlag: St. Martin’s Minotaur
Jahr: 2008
Sprache: englisch
ISBN: 978-0-312-34380-4
Olympia macht sich zum Affen
August 12, 2008
Von olympischen Maskottchen erwartet man nichts. Sie tragen Namen wie Itsy, Bitsy oder Teenieweenie. Immer sehen sie aus, als ob sie Reklame für den Europa-Park Rust laufen müssten.
Eine goldene Ausnahme ist jetzt der BBC gelungen: In Cartoons für seine Olympia-Berichterstattung setzt der Sender die Sagenfigur des chinesischen Affenkönigs ein. Den mythischen Helden Sun Wukong bügelten Jamie Hewlett und Damon Albarn zum Superprimaten Monkey auf.
Aus der Sage „Die Reise in den Westen“ kreierten Albarn und Hewlett sogar die Cartoon-Oper „Monkey: Journey to the West“. (Die CD erscheint am 18. August.)
Als Zaungast der BBC kann man nur einen kurzen Cartoon ansehen. Doch Monkey scheint seinen Vorfahren, dem mäandernden Band-Projekt Gorillaz von Albarn/Hewlett, Ehre zu machen. Und alle Leser, die als Kinder das Buch „Die Reise in den Westen“ von Tscheng-En Wu verschlungen haben, freuen sich über die Reinkarnation des Monkey eh wie ein Affenkönig!
Go-Go Girls Of The Apocalypse
August 11, 2008
It was pretty much all downhill from there.
Publish or perish geht in Akademikerkreisen vermutlich anders – auf gerade anderthalb Seiten handelt Professor Victor Gischler die Ursachen für den Weltuntergang ab. Der Rest ist wilde Imagination:
Mit einem ordentlichen Vorrat an Konserven, Knarren und Deo hat sich der Versicherungsvertreter Mortimer Tate neun Jahre lang in einem abgelegenen Unterschlupf in den Bergen verkrochen. Dann steigt er frisch rasiert hinab, um nach der Zukunft zu schauen. Die ist ein Franchise-Start-Up und hört auf den vielversprechenden Namen Joey Armaggeddon’s Sassy A-Go-Go. In den 21 Niederlassungen gibt es Zivilisation a.k.a. wild west reloaded: Feierabend-Bierchen im Saloon, ein sicherer Schlafplatz und cage-dancing inklusive, sofern man genügend Armaggeddon-Dollars in den Taschen hat.
Natürlich rupfen gierige Hände an dieser zarten Blüte aus Aufbau und Schnaps. Ebenso natürlich lastet zum Schluß das Schicksal der Menschheit auf Tates zerschundenen Gliedmaßen. Leicht hat es in dieser Welt niemand, wie der erschöpfte Tate nach knapp überstandener Kannibalenhatz erfährt, als er die Unterhaltung zweier Menschenfresserinnen belauscht: A little bit overkill with all the human flesh and everything? – Exactly. Sometimes I ‘d trade it all for a nice green salad and a glass of Shiraz.
Gischlers Go-Gocalypse balanciert zwischen Erschrecken und Höllenspaß. Nicht immer fein, aber immer sehr auf den Punkt beobachtet und geschildert. Das leicht ranzig nach zuvielen Mutanten, Zombies und punkigen kick-ass-somethings riechende Genre Post-Weltuntergang wird von Mortimer Tate und seiner Posse ordentlich durchgelüftet.
Titel: Go-Go Girls Of The Apocalypse
Autor: Victor Gischler
Verlag: Touchstone Books
Jahr: 2008
Sprache: englisch
ISBN: 978-1-4165-5225-3
Gammelshake
August 9, 2008
You won´t fool the children of the revolution. - T.Rex
Im revolutionären Jahr 1968 hießen die beliebtesten Schlager in Deutschland „Mama“ und „Heidschi Bumbeidschi“ – natürlich von Heintje. Die CD-Kompilation „Hippies, Hasch und Flower Power“ (Bear Family) zeigt allerdings: Schlager und Studentenprotest gingen damals ein ungelenkes, absurdes und amüsantes Techtelmechtel ein. Songs wie „Jimi, Oh Jimi Hendrix“, „Gammelshake“ und „Molotow Cocktail Party“ betreiben „68er-ploitation“ wie die Schulmädchen-Filme. Selbst Ralph Siegel, Wencke Myhre, Bernd Spier und Bill Ramsey arbeiten sich an den Blumenkindern ab.
Ein Meilenstein unfreiwilliger Komik ist Freddy Quinns berühmt-berüchtigtes Anti-Protestlied „Wir“. Der singende Seebär bläst allen Langhaarigen den Marsch. „Wir will nicht mit Gammlern verwechselt werden? WIR!/ Wer sorgt sich um den Frieden auf Erden? WIR!/ Ihr lungert herum in Parks und in Gassen./ Wer kann eure sinnlose Faulheit nicht fassen? WIR! WIR! WIR!“
Eine Cover-Version der Jacob-Sisters von „Blowin´in the Wind“ ist nicht auf der großartigen CD enthalten, hätte es es aber durchaus sein können.
Der die Uhr aufzieht
August 5, 2008You have made a thing which measures so closely that its measuring is indistinguishable from what it measures.
Keine industrielle Revolution und Fehlanzeige bei der us-amerikanischen Unabhängigkeit. Stattdessen viel Dampf, noch mehr Messing und dazu Zeppelin-Flotten am Himmel. Soweit, so steampunkig. Aber das sind nur einzelne Schräubchen, an denen Jay Lake in Mainspring und Escapement herumspielt; seine Version von der Welt im ganzen ist noch viel feiner.
Die dreht sich inmitten eines riesigen Zahnrads um die Sonne. Auf der Kuppe eines nicht minder riesigen Walls, der sich entlang des Äquators erstreckt, greift die Mechanik von Himmel und Erde ineinander. Die Schöpfung als komplexes Uhrwerk – auch genau so empfindlich und störanfällig.
Denn schon im ersten Roman droht das ganze Räderwerk still zu stehen. Katastrophen aller Art (Erdbeben, Vulkanausbrüche … u name it …) zeigen, dass die Triebfeder der Welt abzulaufen scheint. Der Mechanismus muss neu aufgezogen werden und mit dieser Aufgabe zieht der Uhrmacherlehrling Hethor los. Wie die Welt zukünftig zu ticken hat, darüber gibt es allerdings unterschiedliche Meinungen um Hethor herum …
Noch runder tickt es in Escapement. Lake hat ein paar Tröpfchen Öl spendiert, um das Konzept richtig schnurren zu lassen. Jetzt wird es ordentlich Brasspunk.
Auf unterschiedlichen Wegen wollen die rivalisierenden Großreiche England und China den äquatorialen Wall überwinden; die Schatzsuche nach der unentdeckten südlichen Halbkugel hat begonnen. Gleichzeitig möchte das Wunderkind Paolina sehnlichst ihre Heimat am Fuß dieser Grenze gegen ein Leben im entfernten London eintauschen. Alle drei Zielrichtungen verzahnt Lake auf wunderbare Weise miteinander und führt alle Steampunk-Platitüden bei Begleitung der englischen Expedition in eine schöne wie blutige Sackgase. Dazu gibt es tonnenweise Kreaturen aus dem Schatten des großen Walls. Wenn im Inneren der Erde schon eine gigantische Feder steckt, muss der Platz für die Hölle weiter oben sein.
Für das tolle Cover-Design beider Bücher haben Stephan Martiniere und Irene Gallo gesorgt.
Titel: Mainspring
Autor: Jay Lake
Verlag: TOR Books
Jahr: 2007
Sprache: englisch
ISBN: 978-0-7653-1708-7
Titel: Escapement
Autor: Jay Lake
Verlag: TOR Books
Jahr: 2008
Sprache: englisch
ISBN: 978-0-7653-1709-4
Trailer: Monsters vs. Aliens
August 4, 2008
„We need Monsters!“ Der neue Dreamworks-Trickfilm „Monsters vs. Aliens“ folgt den Spuren von „Igor“ und „Monster AG“. Als die USA von einem UFO angegriffen werden, aktiviert der Oberbefehlshaber (gesprochen von Kiefer Sutherland) eine buntscheckige Gruppe patriotischer Monster: Insectosaurus, die Riesenfrau Ginormica, Dagon the Missing Link, B.O.B. und Dr. Cockroach PhD (gesprochen von Hugh Laurie).
B.O.B.: What do people scream when they see you coming? You know, like: LOOK OUT HERE COMES…
Riesenfrau: Susan.
B.O.B.: (dramatisch) Suhusahan! – Oh, I just scared myself!
Ein etwas wackeliger, aber sehenswerter Bootleg-Trailer wurde lanciert… Leider aber auch wieder von den Monsterbesitzern einkassiert. Als Ersatz hier der Trailer zu „Attack of the 50 Foot Woman“. Eine der Inspirationsquellen für „Monsters vs. Aliens“.