Archiv für Juli 2008

My Space USA

Juli 29, 2008

Ah, Moon – and Star! You are very far -
- Emily Dickinson

Zu ihrem 50. Geburtstag öffnet die NASA einen Spalt breit die Archive. Eine Vintage-Kollektion der Raumanzüge beginnt mit den goldenen Glamsuits der 50er und endet beim funktionalen Spacewear künftiger Marsmissionen. Noch schicker ist das Project RHO mit der Geschichte der Raumanzüge in Science-Fiction-Romanen.

Apropos Marsmission, aus den Untiefen der NASA-Kellergewölbe werden in der SpiegelOnline-Rubrik „Eines Tages“ die Zukunftsvisionen von gestern hervorgeholt. Wenn man über die Pläne für aufblasbare Gummihäuser auf dem Mars liest, fragt man sich, ob damals das englische Erfinder-Duo Wallace & Gromit für die NASA tätig war.

Noch tiefer gräbt das Magazin „Planet X“ mit der DVD „Adventures in Space“: Ein knackiger Weltraum-Trash-Mix aus Werbespots, Revuenummern, TV-Serials und Cartoons. Der sechsminütige Trailer zeigt uns, womit die heutigen NASA-Chefs als Kinder gespielt haben.

Zum guten Schluss bekommt die NASA natürlich noch ein Geburtstagsständchen. Wer wäre dafür besser geeignet als The Spotnicks? Benannt nach dem Schreckgespenst der NASA (Sputnik!) und bekannt für ihre Auftritte in überkandidelten Raumanzügen. In dem Clip zu ihrem Intro-Kracher „Rocket Man“ stellen die Spotnicks übrigens den typischen Arbeitstag eines Astronauten nach.

Ungeheuer fleißig

Juli 28, 2008


Auch ein Monster kann in berufliche Schwierigkeiten geraten. In dem Trickfilm „Mauvais Role“ arbeitet Marcel als schrecklicher Oger in einem Fantasy-Computerspiel. Er kündigt seinen sicheren Job, weil er keine Lust mehr hat, ewig den Bösewicht zu spielen. Mit seinem Aussehen neue Arbeit zu finden, erweist sich als schwer.

Inspiriert wurde der charmante Kurzfilm der Studentengruppe „Sup´Infograph III“ wahrscheinlich von Pixars „Monster Inc.“. „Mauvais Role“ macht seinem Vorbild alle Ehre. Wenn Marcel seinen Bewerbungsmarathon in einem Casting-Game-Studio absolviert, werden die Szenen als Computerspiel-Parodie inszeniert. Am Ende beweist Marcel auf dem Arbeitsmarkt vorbildliche Flexibilität.

And The Winner Is …

Juli 27, 2008


Auf der Comic-Con in San Diego wurden am 25.07. die Eisner-Awards 2008 vergeben. Der Umbrella Academy von Gerard Way und Gabriel Ba haben wir schon bei unserer Besprechung im Juni die Daumen gedrückt.

Als Best Limited Series sind die Regenschirme dann auch durch das Ziel gegangen.

Gratulation!

Kubricks Kartons

Juli 26, 2008


Zum 80. Geburtstag von Stanley Kubrick zeigen die deutschen Fernsehsender ihren Zuschauern wenig mehr als die kalte Schulter. (Das Erste wiederholt allein „Wege zum Ruhm“ um 2 Uhr in der Nacht.)
Im englischen Fernsehen hat man dagegen angemessen verschwenderisch gefeiert: „Channel 4″ startete eine „Kubrick Season“. Beworben wurde die Stanley-Staffel mit einem sehenswerten Trailer. Der Zuschauer sieht die Dreharbeiten zu „Shining“ durch Kubricks Augen.

Mit dem Dokumentarfilm „Stanley Kubrick´s Boxes“ von Jon Ronson begann die „KubrickSeason“. Ronson porträtiert das umfangreiche Archiv Kubricks. In Tausenden von Kartons sammelte Kubrick Materialien zu seinen Filmen. Das antiquarische Puzzle erinnert an eine reale Variante von „Citizen Kane“.
Und zum Schluß präsentiert Ronson sogar einen Rosebud-Moment. Ein Statement Kubricks, das als Motto seiner Kunst dienen kann: „Anyone who has ever been privileged to direct a film also knows that although it can be like trying to write `War and Peace´ on a bumper car in an amusement park, when you finally get it right, there are not many joys in life that can equal the feeling.“

Blitzzz Me Gadget

Juli 16, 2008


Wenn wir reich und gelesen sind, kaufen wir uns keine Häuser.
Sondern diese Anti-Paparazzi-Brille.

(Natürlich weiß Technovelgy davon. Und IT-Security-Guru Bruce Schneier …)

Die Anleitung zum Selbermachen zeigt das Video. Anschließend geht’s zum anonymen Häuserkauf …

Trailer: Ponyo on the Cliff by the Sea

Juli 16, 2008

„Weit hinaus im Meer ist das Wasser so blau, wie die Blätter der schönsten Kornblume, und so klar wie das reinste Glas…“
(Die Kleine Meerjungfrau)

Am 19. Juli findet in Japan die Premiere des neuesten Films von Hayao Miyazaki statt. „Ponyo on the Cliff by the Sea“ benutzt Motive aus H.C. Andersens Märchen „Die Kleine Meerjungfrau“ und einer japanischen Sage. Die Geschichte dreht sich um den Goldfisch Ponyo, der ein Mensch werden will. Ponyo lernt an Land den Jungen Sosuke kennen. Ponyos Vater, ein Mensch, der sich entschied, im Wasser zu leben, will das verhindern.

Von Miyazaki selbst stammen die meisten Zeichnungen des Films. Ein Schwerpunkt liegt darauf, Wasser und Meer zeichnerisch darzustellen. Angeblich soll „Ponyo“ Miyazakis letzter Film sein. Hoffen wir, dass er trotzdem an Land bleibt und sein Studio Ghibli weiterhin inspiriert.

Secret Dead Men

Juli 13, 2008



„Oh, the souls had it good. No puzzles, no worries, no bills. They could lounge in theire quarters, or eat and drink to excess, or read books and paint.“

In Del Farmers Kopf gibt es ein kleines Hotel. Da treffen sich die Seelen Verstorbener zu einem Drink, lauschen der Jukebox oder verfolgen die Aktivitäten ihres Wirts . Denn Farmer ist Detektiv, Seelensammler und hat eine Mission: der geheimnisvollen Organisation, die er für seinen eigenen Tod verantwortlich macht, endlich das Handwerk zu legen. Oder ist er nur ein armer Spinner, dem noch ganz andere Dinge als ein brain hotel durch den Schädel geistern?

In Secret Dead Men knirscht und quietscht es manchmal, wenn sich die Konstruktionsräder drehen. Aber auf die sympathische Art: soviel Spass, Spannung und Seltsamkeiten in einem Debüt – mehr davon in besserer Ölung!

Schön, dass ich über die Neuauflage dieses Erstlings von 2005 jetzt den Autor wieder entdecken kann.

Titel: Secret Dead Men
Autor: Duane Swierczynski
Verlag: Point Blank
Sprache: englisch
Erschienen: 2007
ISBN: 978-0-8095-5638-0

Es gibt sie noch, die kranken Dinge!

Juli 8, 2008

Ein todsicherer Hingucker, der das Herz jedes morbiden Hobby-Gärtners erfreut, ist die Skulptur „The Zombie of Montclair Moors“. Wenn sie ihren Kleingartenverein rocken wollen, einfach zwischen den Vergißmeinnicht eingraben und abwarten… „If this doesn´t scare your neighbors, nothing will!“ verspricht der Katalog. Wirklich und wahrhaftig erhältlich für $ 88,95 im Vertrieb von Design Toscano.

Überhaupt keine Hilfsmittel um seine Nachbarn zu erschrecken, braucht der „Zombie Boy“. Der Kanadier Rick will sich durch Tattoos und extreme Body-Modifikationen in einen lebendigen Untoten verwandeln. Im „Bizarre Magazine“ gibt er ein längeres Interview und posiert für eine Photostrecke. Wahrscheinlich hat Rick mit seiner Vorliebe für Zombies noch Glück gehabt. Er sagt, als Kind habe er ein „Mutant Ninja Turtle“ werden wollen.

Wenn George A. Romero einmal bei „Wallace & Gromit“ Regie führen könnte, dann sähe das Ergebnis vielleicht aus wie der Claymation-Film „Chainsaw Maid“. Ein Familienspaß mit Zombies! Viel Vergnügen bei der „Nacht der gekneteten Toten“.

Die singen, die Teslaspulen!

Juli 8, 2008

„Tell me about your Tesla coil!“ In Jarmuschs „Coffee & Cigarettes“ unterhalten sich Meg und Jack von The White Stripes angeregt über Tesla-Transformatoren (bzw. Teslaspulen). Rock`n ´Roll und Elektrizität scheint auch die Erfinder von www.arcattack.com zu beflügeln. Als Retourkusche auf die Roboterband The Trons haben sie die Singenden Teslaspulen konstruiert. Zu Recht heißt das Stück der Trafo-Truppe „Creepy Circus Song“. Jetzt fehlt noch eine elektronische Supergruppe aus Teslaspule mit Kohlebogenlampe und Knallfunkensender!

Kunst und Knete

Juli 5, 2008

Aus einer Umfrage unter Amerikanern hat die Trickfilmfirma Aardman einen Knetanimationsfilm zum Thema „Was ist Kunst?“ produziert. Allerdings ohne Amerikaner, dafür mit Geckos, Pferden, Flundern, Hunden, Gorillas, Tauben, Tukans und Sittichen. In diesem Fall gilt: Kunst kommt von Kneten!
Vogelmännchen: (vorwurfsvoll) „This painting doesn´t represent anything.“ Vogelweibchen: „You said you saw a penis in it!“