Archiv für April 2008

Werner Herzog spielt Poker

April 29, 2008

Vor kurzem startete der Poker-Film „The Grand“ von Zak Penn in den USA. Zu den Schauspielern gehören Woody Harrelson, Jason Alexander und… Werner Herzog als deutscher Kartenhai. „Scary German with a disturbing secret“, wird er im Trailer genannt. Seltsam, aber wahr!
Das Konzept des Films ähnelt allerdings dem Ansatz Herzogs in seinen eigenen Dokumentationen. „The Grand“ ist eine Mockumentary, ein inszenierter Bericht, über ein Poker-Turnier.
Die Verbindung zwischen Penn und Herzog wirkt auf den ersten Blick ungewöhnlich: Zak Penn hat Drehbücher zu den Mainstream-Verfilmungen von Marvel Comics geschrieben.
Allerdings interessiert sich Penn auch für kleinere Projekte: Zusammen mit Werner Herzog realisierte er „Incident at Loch Ness“, eine natürlich gefälschte Dokumentation über das Monster von Loch Ness.

In einem Interview auf www.comingsoon.net redet Regisseur Zak Penn über Werner Herzog.

: Hat Werner Herzog eine Dokumentation über seine Erfahrungen beim Poker spielen gedreht?

Penn: Nein. Weißt du, wohin Werner nach den Dreharbeiten zu dem Film gefahren ist? Es klingt wie ein Witz, aber wir brauchten ihn einmal für eine Nachsynchro. Wir haben ihn angerufen und seine Frau sagte: „Oh, nein. Er ist in der Antarktis und dreht einen Film.“ Ich habe gelacht. Dann hat sie mir ein Foto geschickt und da war Werner in der Antarktis und drehte einen Film.

: Hast du weiter an dem Werner-Herzog-Superhelden-Film gearbeitet, über den wir letztes Mal gesprochen haben?

Penn: (lacht) Nein, habe ich nicht, aber ich will eine „graphic novel“ über Werner machen. Daran arbeite ich.

Zum Geburtstag von Anita Loos

April 26, 2008

„Die Aktivistinnen der Frauenbewegung machen mich wütend. Sie stehen auf Seifenkisten und proklamieren, dass Frauen klüger sind als Männer. Das stimmt zwar, aber es sollte unter uns bleiben, sonst stürzt das ganze Kartenhaus zusammen.“

- Anita Loos

Die Autorin Anita Loos hat rund 130 Drehbücher in Hollywood geschrieben. Ihre bekannteste Arbeit war „Blondinen bevorzugt“, ihr bestes Drehbuch schrieb sie für „The Women“ von George Cukor. Als kleine Huldigung für Anita Loos kann man deshalb den Clip „Women in Film“ von Philip Scott Johnson verstehen. Johnson morphte die Fotos von 77 Schauspielerinnen ineinander.

In zwei Minuten sehen wir Mary Pickford, Lillian Gish, Gloria Swanson, Marlene Dietrich, Norma Shearer, Ruth Chatterton, Jean Harlow, Katharine Hepburn, Carole Lombard, Bette Davis, Greta Garbo, Barbara Stanwyck, Vivien Leigh, Greer Garson, Hedy Lamarr, Rita Hayworth, Gene Tierney, Olivia de Havilland, Ingrid Bergman, Joan Crawford, Ginger Rogers, Loretta Young, Deborah Kerr, Judy Garland, Anne Baxter, Lauren Bacall, Susan Hayward, Ava Gardner, Marilyn Monroe, Grace Kelly, Lana Turner, Elizabeth Taylor, Kim Novak, Audrey Hepburn, Dorothy Dandridge, Shirley MacLaine, Natalie Wood, Rita Moreno, Janet Leigh, Brigitte Bardot, Sophia Loren, Ann Margret, Julie Andrews, Raquel Welch, Tuesday Weld, Jane Fonda, Julie Christie, Faye Dunaway, Catherine Deneuve, Jacqueline Bisset, Candice Bergen, Isabella Rossellini, Diane Keaton, Goldie Hawn, Meryl Streep, Susan Sarandon, Jessica Lange, Michelle Pfeiffer, Sigourney Weaver, Kathleen Turner, Holly Hunter, Jodie Foster, Angela Bassett, Demi Moore, Sharon Stone, Meg Ryan, Julia Roberts, Salma Hayek, Sandra Bullock, Julianne Moore, Diane Lane, Nicole Kidman, Catherine Zeta-Jones, Angelina Jolie, Charlize Theron, Reese Witherspoon und Halle Berry.

Shining als Romantic Comedy

April 25, 2008

Zu den frappierenden Trailer-Mashes zählt „Romantic Shining“. Kubricks überdrehter, fast parodistischer Horrorfilm verwandelt sich in eine rührende Vater-Sohn-Geschichte ohne einen Tropfen Blut. „Meet Jack Torrance. He´s a writer looking for inspiration. Meet Danny. He´s a kid looking for a dad. But sometimes what we need most is just around the corner.“ Und so wird Jack zum liebevollen Adoptiv-Vater. Stephen King endet als Rosamunde Pilcher. Nur fraglich, was unheimlich ist – das Original oder der rosarote Remix?

Peter Lorre singt

April 20, 2008

An den Sex-Appeal der Polizei denkt man bei dem Namen Peter Lorre wahrscheinlich nicht. Doch Lorre hat in der deutschen Gaunerkomödie „Was Frauen träumen“ (1933) sogar über die Reize der Kriminalisten gesungen. Der Co-Autor des Drehbuchs war Billie (noch ohne y) Wilder. Robert Stolz schrieb die Lieder.
Peter Lorre spielt Otto Füssli, einen tollpatschigen Polizisten mit Schnurrbart und Brille. Ein Detektiv, der sich schon mal mit seinen eigenen Handschellen fesselt. „Haben Sie sich selbst verhaftet?“ wird er gefragt. „Nein, ich habe eine neue Art von Manschettenknöpfen erfunden“, antwortet Füssli.
Als Füssli die elegante Diebin Rina Korff (Nora Gregor) kennen lernt, schöpft er keinen Verdacht. Wie es sich für eine ordentlich-unordentliche Komödie gehört, verliebt er sich in sie.
In der folgenden Szene singt erst Nora Gregor in ihrem Zimmer. Lorre steigt nach zwei Minuten durchs Fenster ein. Dann beginnt er mit seinem Schlager über die Charme der Exekutive. Der Refrain geht so:

„Ja, die Polizei, die hat die schönsten Männer.
Ja, die Polizei, die ist stets in Form.
Jeder Leutnant ist ein Frauenkenner.
Auch die Mannschaft küßt enorm.“

Der Wind in den Weiden 2: The Departed

April 20, 2008

Ein knackiger Trailer-Mash für alle Freunde von Kinderbüchern und Gangsterfilmen. Es gibt sogar Kommentare, die fragen, ob es diesen Film tatsächlich gibt. Vielleicht dient den Regisseuren der Originale (Terry Jones und Martin Scorsese) der Trailer als Anregung. Ein sinistres Remake von „Bugsy Malone“ wäre schön!

Anarchie & Entertainment

April 19, 2008

Steve Purcell liebt es, die Bilder und Dialoge seines Comics „Sam & Max“ bis zum Platzen mit irrsinnigen Gags voll zu stopfen. Pfeifenrauchende Dinosaurier in Flip-Flops gehören ebenso zum Programm wie Bandenkriege auf dem Mond zwischen Ratten und Kakerlaken!
Die Abenteuer von Sam, dem Hund und Max, dem Hasenwesen – Mitglieder der „Freelance Police“ – beginnen meist in ihrem schäbigen New Yorker Büro.
Nach wenigen Bildern wechselt die Handlung dann zu exotischen Schauplätzen: Unglaubwürdige Tempel auf den Philippinen (Max: „Drawn without reference material, apparently.“) oder Supermarkt-Regale mit Frühstücksflocken, zwischen denen ein Dämon die Kunden frisst.
In der Neuausgabe des Comic-Bandes „Surfin´ The Highway“ sind zum 20jährigen Jubiläum alle gedruckten Abenteuer versammelt. Informationen über die Reinkarnationen von Sam & Max als Computerspiel, Fernsehserie und Web-Comic findet man unter www.telltalegames.com.
Purcell sagte in einem Interview, er schätze die Komik der Marx-Brothers, des Mad-Magazins und der Monty Pythons. Für moderne Menschen gesagt: Wer über die Simpsons lacht, dem werden auch Sam & Max gefallen.
Nehmen Sie nur die Geschichte, als Sam und Max einmal Adolf Hitler gegenüber stehen.

Hitler: (auf Deutsch zu Max) Ich werde dich meinem Hausschakal Otto füttern.

Nazi-Scherge: (auch auf Deutsch) Ich wusste nicht, dass der Führer einen Schakal als Haustier hat. Wie niedlich.

Max beißt Hitler in den Kopf.

Max: Tastes just like chicken!

Nicht das einzige Mal, dass Sam & Max Kontakt zu Deutschland aufnehmen: Der Trailer „Night of the raving dead“/“Nacht des ausgeflippten Todes“ parodiert Murnaus „Nosferatu“ (siehe unten).

Steve Purcell
Sam & Max: Surfin´the Highway
Anniversary Edition
Telltalegames
197 Seiten
$ 19,99/ca. 16 €

Die Mädchen-Maschine

April 18, 2008

Die Stripperin mit einem Maschinengewehr als Beinprothese aus „Planet Terror“ scheint den japanischen Horror-Regisseur Noboru Iguchi entzückt zu haben. Sein neuer Film „Machine Girl“/“Kataude mashin gâru“ dreht sich um ein Mädchen mit einer Panzerfaust als Armprothese. Was sonst noch passiert, sagt der knackige Trailer am besten.

A Normal High School Girl

Living a Normal Live
With a Normal Family


Until a Ninja Yakuza Family
Took Away Everything
She Ever Had


Now
She Won’t Stop
Until She’s Got Revenge


YAKUZA
NINJAS
TEMPURA
SUSHI
CHAINSAWS
FLYING GUILLOTINE
DRILL BRA
REVENGE


THE MACHINE GIRL
COMING SOON

Man sieht, der Trailer zu „Machine Girl“ lässt keine Wünsche nach Schmutz, Schund & Sushi offen. Schreckhafte Menschen sollten ihn also nicht ansehen!


Salvador Dali bei "Was bin ich?"

April 16, 2008

Wer heute kein LSD zu Hause hat, für den liefert dieser Clip einen guten Ersatz. Salvator Dali trat tatsächlich in den 50er Jahren als „mystery guest“ bei dem Quiz „What´s my line?“ auf. (Die Show lieferte das Vorbild für das deutsche „Was bin ich?“.) Hier begegen sich also Salvador Dali und Robert Lemke!

Heute ist LSD-Day!

April 16, 2008

Am 16. April vor 70 Jahren entdeckte Albert Hofmann die halluzinogene Wirkung von LSD. Für die meisten Menschen war eine bewusstseinserweiternde Droge allerdings ungeeignet, die Mehrzahl bräuchte ein Präparat, das ihr Ego verkleinert und ihre Phantasie auszehrt.
Zu den amüsanten Nebenwirkungen des LSD gehören die zahlreichen Anti-Drogen-Kampagen. Der tollpatschige Drug-Scare-Propaganga-Film „LSD – a Case Study“ gehört zu den Highlights.
Und immer an die Faustregel denken: Nur Drogen nehmen, wenn es absolut nötig ist!

Trailer Museum – Robot Monster

April 15, 2008

„Movies don´t come any better“, lobt die „Psychotronic Encyclopedia“ das irre Anti-Meisterwerk „Robot Monster“. Der Regiseur Phil Tucker zauberte 1953 in vier Tagen Drehzeit und aus 20.000 $ Budget ein apokalyptisches Drama über die Vernichtung der Erde. Ein außerirdisches Monster im Gorillakostüm mit Taucherhelm jagt die wenigen Überlebenden. Schließlich gerät das Robot Monster in einen Gewissenskonflikt, weil es sich in eine junge Menschenfrau verliebt. Mit traumhafter Sicherheit verwandelt das „Robot Monster“ alle Mängel und Idiotien in erstklassige Pointen. Zurecht eine Legende des Trash!